
Der Durchbruch der Weisheitszähne (dritte Backenzähne) ist oft dadurch behindert, dass im Kiefer nicht genügend Platz vorhanden ist. Bleiben die Weisheitszähne ganz im Kieferknochen stecken (Retention) oder brechen sie nur zum Teil durch (Teiletention), kann dies zu folgenden Komplikationen führen:
Der Eingriff wird meist in örtlicher Betäubung durchgeführt. Es besteht aber auch die Möglichkeit bei gegebener Indikation, z.B. Kinder, sehr ängstlicher Patient usw., dies in Narkose (Sedierung) durchführen zu lassen.
Bei der Operation wird zunächst die Schleimhaut über dem Kiefer abgelöst und der Kieferknochen mit einem entsprechenden Instrument abgetragen. Wenn der Weisheitszahn gut sichtbar ist, wird er entfernt. Die Wundränder werden sorgfältig vernäht und im Unterkiefer wird zusätzlich ein sogenannter Drainagestreifen für 24 h eingelegt.
Die Entfernung von verlagerten Weisheitszähnen zählt zu den häufigsten oralchirurgischen Eingriffen und gehört somit zur Praxisroutine. Die Beurteilung des Schwierigkeitsgrades des geplanten Eingriffes muss vor der Operation erfolgen und soll zu entsprechender Aufklärung des Patienten führen.
Dazu zählt die Eröffnung der Kieferhöhle. Selten entzündet sich die eröffnete Kieferhöhle, da die Öffnung nach der Zahnentfernung sorgfältig durch eine Naht verschlossen wird. Es kann aber zu spontanem "Nasenbluten" innerhalb der ersten zwei Tage kommen, v.a. bei Anstrengung oder wenn der Kopf nach vorn über gebracht wird. Für eine regelrechte Wundheilung sollte in diesen Fällen jeglicher Druck (z. B. durch Schneuzen, Niesen) auf die Kieferhöhle vermieden werden.
Durch die enge Nachbarschaftsbeziehung zu zwei Nerven (N.alveolaris inferior, N lingualis) können diese irritiert bzw. verletzt werden. Eine Nervirritation kann den vorrübergehenden Verlust von Geschmack bzw. Gefühl verursachen. Sollte einer dieser Nerven jedoch verletzt werden (bei extremer Verlagerung des Zahnes oder Verlauf des Nerven durch die Zahnwurzeln) können diese Ausfallerscheinungen länger anhaltend oder sogar irreversibel sein. Extrem selten kann es zum Unterkieferbruch kommen.
Verletzung der Nachbarzähne und der Wurzeln, Beschädigung von Kronen, Inlays oder Füllungen an den Nachbarzähnen sowohl im Unterkiefer als auch im Oberkiefer, Schmerzen, Schwellung der Wange, leichte Nachblutung, Wundheilungsstörung, Schluckbeschwerden, eingeschränkte Mundöffnung und/oder leichtes Fieber.